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Konzept

Lokal – Global

Lokale Lebensmittel­produktion und der Blick ins globale Ernährungssystem

Ökolandbau erleben und begreifen

Blick auf die Welt © Lernbauernhof Schulte-Tigges

In diesem Bildungskonzept entdecken die Schüler:innen, woher unsere Lebensmittel kommen und wie Ernährung, Flächenverbrauch und globale Zusammenhänge zusammenhängen. Auf dem Acker erleben sie, welche Gemüse regional und saisonal wachsen und welche importiert werden. Weltacker und Flächenbuffet machen sichtbar, wie viel Fläche unsere Ernährung benötigt. Durch praktische Mitarbeit und den Vergleich verschiedener Gerichte erfahren die Schüler:innen, wie ihre eigenen Entscheidungen wirken, und stärken dabei Selbstwirksamkeit, Verantwortungsbewusstsein und Wertschätzung für Landwirtschaft.

Alter
10-16
Dauer
3h
Gruppengröße
25
Konzept speziell entwickelt für Ökobetriebe
Gut zu wissen
  • Teilt man die 1,6 Milliarden Hektar Ackerfläche der Erde gerecht unter allen Menschen, stehen jeder Person etwa 2.000 m² zu. Auf dieser Fläche müssen Lebensmittel wie Gemüse, Getreide und Futtermittel, aber auch Rohstoffe wie Baumwolle und Ölpflanzen für eine Person wachsen.
  • Beim Flächenbuffet wird veranschaulicht, wie viel Ackerfläche für ein Gericht benötigt wird, je nachdem, ob es pflanzlich oder tierisch ist.

Kurzbeschreibung

Das Bildungskonzept soll den Schüler:innen die globalen Zusammenhänge des Lebensmittelsystems verdeutlichen. Sie können auf dem Acker direkt erfahren welche Gemüse in welcher Jahreszeit hier vor Ort wachsen und welche Lebensmittel immer oder teilweise importiert werden. Die Ursprünge unserer Lebensmittel werden untersucht und in diesem Zusammenhang wird das Konzept des Weltackers vorgestellt, um zu verdeutlichen, an welchen Stellen wir in Europa über unsere Verhältnisse leben.

Um an die Lebenswelt der Schüler:innen anzuknüpfen wird anschließend das Flächenbuffet thematisiert und besucht. Mit dem Vergleich verschiedener Gerichte mit pflanzlichen und tierischen Produkten können die Schüler:innen erleben welchen Einfluss ihre eigenen Entscheidungen auf das Lebensmittelsystem haben können. Als wichtiger Aspekt, der die Selbstwirksamkeit der Schüler:innen und ihre Wertschätzung zur Landwirtschaft stärkt arbeiten sie auf dem Acker mit, wo je nach Jahreszeit verschiedene Arbeiten anliegen (Aussaat, Pflanzung, Bodenbearbeitung, Pflege, Ernte).

BNE ist für mich, Kindern und Jugendlichen Raum für eigene Erfahrungen zu geben und sie damit zu befähigen sich eine eigene Meinung zu bilden.

Karina Buß, Lernbauernhof Schulte-Tigges

Lernziele Biolandwirtschaft

Im Bildungskonzept wird ökologischer Landbau ganzheitlich erlebbar. Die Schüler:innen erhalten Einblicke in die regionale und saisonale Produktion ökologischer Lebensmittel. Durch die praktische Mitarbeit auf dem Acker und in den Schulbeeten erfahren sie unmittelbar, wie viel Handarbeit und Sorgfalt in der Erzeugung steckt. Zentrale Prinzipien des Ökolandbaus wie Kreislaufwirtschaft, schonende Bodenbearbeitung und vielfältige Fruchtfolgen werden dabei anschaulich vermittelt und in der Praxis erfahrbar gemacht.

Lernziele im Sinne einer BNE

Erkennen
Die Schüler:innen erhalten einen Einblick in die regionale und saisonale Produktvielfalt auf einem Biobetrieb. Sie lernen, welche Gemüse wann lokal verfügbar sind, woher andere Lebensmittel stammen und welche Ernährungsformen es gibt. So gewinnen sie grundlegendes Wissen über Herkunft, Produktion und globale Zusammenhänge des Lebensmittelsystems.

Bewerten
Auf Basis dieses Wissens reflektieren die Schüler:innen die Auswirkungen ihres eigenen Konsumverhaltens. Sie vergleichen verschiedene Ernährungsweisen und setzen sich kritisch mit Fragen von Regionalität, Saisonalität und Importen auseinander, um eigene, begründete Meinungen zu entwickeln. Sie können einen Perspektivwechsel vollziehen, um die Herausforderungen des globalen Lebensmittelsystems zu verstehen. Sie können die Vor- und Nachteile von regionalen Wertschöpfungsketten bewerten.

Handeln
Durch praktische Mitarbeit auf dem Acker und in den Schulbeeten erleben die Schüler:innen Selbstwirksamkeit. Sie können ihr Wissen direkt anwenden, Verantwortung übernehmen und ihr eigenes Ernährungs- und Konsumverhalten bewusst gestalten. Gleichzeitig werden Sozialkompetenzen wie Teamarbeit, Kommunikation und Problemlösungsfähigkeiten gestärkt.

Wo kommen die Lebensmittel her?
alle Bilder © Lernbauernhof Schulte-Tigges

Dieses Konzept wurde entwickelt von

Karina Buß

Der Bio-Hof Böhnen Hoff in Minden liegt ruhig und geschützt auf 5 Hektar und vereint Tradition und Nachhaltigkeit. Die Bewirtschaftung erfolgt überwiegend mit Pferdekraft, ergänzt durch moderne und historische Maschinen, um einen umweltschonenden Kreislauf zu gewährleisten. Auf kleiner Fläche bietet der Hof eine beeindruckende Vielfalt: einen Gemüseacker mit Fruchtfolge, eine Streuobstwiese, Waldflächen, Kräuterhügel und Heckenstrukturen. Wild- und Nutztiere wie Pferde, Hühner, Ziegen, Falken und Rehe prägen das lebendige Hofbild.

Kontakt
Lernbauernhof Schulte-Tigges 
Kümper Heide 21
44329 Dortmund
Tel.: 0178-7775063